Für 48 Stunden mit dem Kriegsalltag der Ukraine verbunden
Vom 8. bis 10. August weilte Bischof Maksym Ryabukha mit seinem Verwalter und dessen Frau, sowie mit Olga, der Übersetzerin, in unserer Abtei. Für 48 Stunden waren wir nahe am Kriegsgeschehen und sind berührt.
Bischof Maksym wurde im Dezember 2022 zum Bischof geweiht und seit dem 21. November 2024 ist er Erzbischöflicher Exarchat von Donezk. Mit dieser Ernennung verbunden ist der Kriegsalltag im Südwesten der Ukraine, in dem lediglich noch zehn Pfarreien einen «normalen» Pfarralltag erleben. In den von Russland besetzten Gebieten seiner Diözese sind die Dörfer oder Städte entweder total zerstört oder die Priester mussten die Pfarreien verlassen. Die einzige Möglichkeit mit den Gläubigen vernetzt zu sein, ist das Internet und Social Media. Religionsfreiheit, ein Grundrecht des Menschen, wird ganz offensichtlich mit Füssen getreten.
Zwei Themen berührten uns Mönche ganz besonders. Erstens kann Bischof Maksym nicht in Donezk selber wohnen, in der eigentlichen Bischofsstadt. Als Bischof wohnt er in einem Haus für Binnenflüchtlingen, das die Pfarrei Saporischschja zur Verfügung stellt. Bischof Maksym ist als Flüchtling mit den Flüchtlingen! Gibt es noch ein näheres Wirken eines guten Hirten?
Und dann die Geschichte eines Mädchens. Bischof Maksym besuchte neulich mit einem Clown aus Italien die Pfarreien. Ein kleines Mädchen sagte nach dem Auftritt des Clown: Ich möchte schlafen gehen. Der Bischof war zuerst überrascht über den Wunsch des Mädchens. Doch hinter diesem Wunsch steckt die Tatsache, dass ein Dauerschlaft während der Nacht durch die Bombardierungen seit Jahren nicht mehr möglich. Auch das ein Faktum, das fordert – oder eben überfordert.
Als Mönche der Abtei St. Otmarsberg sind wir zutiefst berührt über das Wirken der Diözese Donezk, zu der auch die Halbinsel Krim und die Hafenstadt Mariupol gehören. Gerne sind wir mit den Menschen vor Ort mit unserem Gebet und mit unserer Hilfe verbunden.




