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Papstbesuch

Papst Franzikus besucht den Südsudan

Gemeinsam für Frieden
Nach dem Besuch im Kongo weilte Papst Franziskus vom 3. bis 5. Februar im Südsudan. Seine Pilgerreise, zusammen mit Justin Welby Erzbischof von Canterbury, und Ian Greenshields, Moderator der presbyterianischen Kirche Schottlands, darf als ökumenische Pilgerreise für Frieden umschrieben werden. Mit den Menschen im Südsudan sind wir seit 2015 durch unsere Flüchtlingsarbeit vor Ort verbunden.

Dem Papstbesuch im Südsudan gehen jahrelange Bemühungen um Frieden und Einheit voraus. Eine bemerkenswerte Geste in diesem Friedensprozess setzte Papst Franziskus im Jahre 2019. Entgegen dem Protokoll fiel er am Ende seiner Ausführungen zum Abschluss der Exerzitien im Vatikan auf die Knie und küsste die Füsse der zivilen Behörden des Südsudan: Dieses starke Zeichen war von den Worten begleitet: «An die drei von euch, die das Friedensabkommen unterzeichnet haben, bitte ich euch als Bruder, in Frieden zu bleiben. Ich bitte euch von Herzen. Lasst uns vorwärts gehen. Es wird viele Probleme geben, aber habt keine Angst, geht vorwärts, löst die Probleme.» Anlässlich der Papstreise muss ernüchternd festgestellt werden: Die Führer des Südsudan haben ihr Versprechen, das sie am Ende der Exerzitien gegeben haben, den Krieg im Südsudan zu beenden, nicht erfüllt. Dazu fand Papst Franziskus deutliche Worte und brachte offen seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck. Zusammen mit dem Erzbischof Justin Welby und dem Moderator der presbyterianischen Kirche Schottlands Ian Greenshields richtete er einen eindringlichen Appell für Frieden und Versöhnung an alle und forderte die politischen Führer des Landes auf, ihren Versprechen treu zu bleiben, für das Gemeinwohl zu arbeiten und sich von Korruption und persönlichen Vorteilen fernzuhalten.


An die Binnenflüchtlinge
Papst Franziskus richtete seinen Blick dann an die Millionen von Flüchtlingen, die der Bürgerkrieg hervorgebracht hatte. Mit berührenden Worten sprach er sie an: «Seit langem denke ich an euch, mit dem wachsenden Wunsch, euch zu treffen, euch von Angesicht zu Angesicht zu sehen, eure Hände zu schütteln und euch zu umarmen. Nun bin ich endlich hier, zusammen mit meinen Brüdern auf diesem Pilgerweg des Friedens, um euch meine ganze Nähe, meine ganze Zuneigung zu zeigen. Ich bin hier bei euch, und ich leide für euch und mit euch.» Dann blickte er in ihren Alltag, der von Verbreitung, Verwüstung und Überschwemmungen geprägt ist und rief sie auf, ihren Beitrag zum Frieden zu leisten. «Brüder und Schwestern, noch einmal schaue ich zu euch hinaus. Ich sehe eure Augen, müde, aber strahlend, Augen, die die Hoffnung nicht verloren haben. Ich sehe eure Münder, die nicht die Kraft verloren haben, zu beten und zu singen. Ich sehe euch mit leeren Händen, aber mit Herzen voller Glauben. Ihr tragt die Last einer schmerzhaften Vergangenheit, aber ihr hört nicht auf, von einer besseren Zukunft zu träumen. Mit unserem heutigen Treffen möchten wir eurer Hoffnung Flügel verleihen.»

An die Menschen im Südsudan
Auf dem Hintergrund des Tagesevangelium aus der Bergpredigt sprach Papst Franziskus auch zu den Menschen im Land. «Legen wir die Waffen des Hasses und der Rache nieder, um die des Gebets und der Nächstenliebe zu ergreifen. Überwinden wir die Abneigungen, die im Laufe der Zeit chronisch geworden sind und die Stämme und ethnischen Gruppen gegeneinander aufzubringen drohen. Lernen wir, das Salz der Vergebung auf unsere Wunden zu streuen; Salz brennt, aber es heilt auch. Auch wenn unser Herz für das erlittene Unrecht blutet, sollten wir uns ein für alle Mal weigern, Böses mit Bösem zu vergelten, und wir werden innerlich gesund werden.» Damit griff er unmissverständlich die verschiedenen Stammesfehden auf, die den Alltag mit unsäglichem Leid erfüllen und nahm sie mit hinein in die Verantwortung für Frieden und Versöhnung.

Drei Ziele
Monsignore Germano Bernardo Baku, der Generealvikar der Diözese Wau, nennt im Rückblick auf den Papstbesuch drei Ziele, die der Papst mit seinem Besuch im Auge hatte. Als erstes Ziel bezeichnet er die Förderung des Friedens als Mittel zur Linderung der Armut. Auf dem Hintergrund, dass zweidrittel der Bevölkerung im Südsudan in Armut leben, kann nicht nur humanitär geholfen werden. Eine nachhaltige Änderung der Situation braucht die Sehnsucht nach Frieden. Dann war es Papst Franziskus wichtig, die geistlichen Exerzitien im Jahre 2019 im Vatikan fortzusetzen. Er brachte damit zum Ausdruck, dass Friedensarbeit auch ein spiritueller Weg ist und stark von christlichen Werten getragen sein möchte. Und als drittes Ziel umschreibt Baku die ökumenischen Anstrengung. Papst Franziskus kam mit zwei weiteren Verantwortlichen christlicher Kirchen und lebte damit die christliche Ökumene auf eindrückliche Weise. Nur ein gemeinsamer Weg, im Dialog unter den Christen, und letztlich über das Christentum hinaus, garantiert Frieden.

 

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