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Spital Peramiho

Selbstständiger in die Spitalzukunft

Projekt 0418

Die Herausforderungen im Spital in Peramiho sind gross. Leider ist die Regierung ein unzuverlässiger Partner in der Zusammenarbeit. Die Spitalleitung musste entscheiden, ob sie weiter die Kooperation sucht oder in die Selbstständigkeit geht. Erfreulicherweise werden weiter Schulkinder gegen mangelnde Hygiene geschützt.

Im September 2018 hatten wir im Peramiho Hospital eine schwierige Entscheidung zu treffen. Dem Leitungsteam lag der neue Entwurf eines Vertrages mit der Bezirksregierung vor. Seit einigen Jahren hatten wir nämlich die Funktion eines Bezirksspitals. In Bezirken, in denen die Regierung kein eigenes Krankenhaus betreibt, können andere Träger diese Funktion übernehmen. Das Problem war aber, dass wir die uns zustehende Unterstützung für Medikamente und Geräte nicht bekamen, anderseits aber die Auflagen der Regierung einhalten sollten. Dies Auflagen betrafen vor allem die freie Behandlung von Patientengruppen, wie alle Patienten über 60, die zu grossen Einnahmeausfällen geführt hätten. Die Gebühren für Patienten ALLGEMEIN ODER FÜR PATIENTEN ÜBER 60? sind zwar sehr gering, wegen der grossen Zahl der Patienten aber für uns wichtig. Bei 160'000 Patienten im Jahr würde der Verzicht auf 2 Euro pro Patient einen Einnahmeverlust von 320'000 Euro ausmachen. Das konnten wir uns nicht leisten. Andererseits unterstützt uns die zentrale Regierung bei den Gehältern. Jetzt bestand die Gefahr, dass wir bei einer Vertragsverweigerung mit dem Bezirk vielleicht die Unterstützung der Zentralregierung verlieren können.

Zahlbare Medizin für Landbewohner

Das Team konnte sich nicht zu einer Entscheidung durchringen und überliess sie letztlich mir. Schon lange nicht mehr ist mir eine Entscheidung so schwer gefallen. Schliesslich habe ich mich gegen den Vertrag entschieden und damit eine Richtungsentscheidung getroffen. Anders wie noch vor wenigen Jahren gedacht, zieht sich die Regierung immer mehr von der Kooperation mit kirchlichen Trägern zurück. Sie hat jetzt den Plan, in jedem Distrikt ein eigenes Spital zu bauen. Ich halte das zwar für illusorisch, aber die Strategie ist klar: Weg von jeder Kooperation.

Erleichtert wurde die Entscheidung dann durch die zunehmenden Einnahmen durch die Krankenversicherung. Es bestehen Pläne, weite Teile der Bevölkerung in die Versicherung aufzunehmen. Dies ist jetzt unsere Zukunftsoption. Wir bleiben ein kirchliches Haus und können unabhängig planen und gestalten. Ich habe jetzt als Grundstrategie ausgegeben: «Dienst an den Armen mit möglichst hoher Qualität.» Menschen auf dem Land sollen einen Gesundheitsdienst bekommen, der sonst nur in der Stadt angeboten wird und das zu einem zahlbaren Preis oder gar frei für Arme.

Der Mut scheint sich auszuzahlen

Diese Entscheidung ist erst einige Monate alt, hat uns aber schon jetzt Freiraum verschafft. Auf dem Weg zu hoher Qualität gestalten wir vier Bereiche neu. Im Eingangsbereich wird gerade eine neue Notfallaufnahme und Empfang gebaut. Sobald dieser Bereich fertig gestellt ist, steht ein Neubau für das Labor an. Die Station der Neugeborenen ist bezugsfähig. Wir konnten Personal für Kinder-Intensivmedizin ausbilden lassen und warten jetzt noch auf die Ankunft der Geräte.

Eine Reihe von Kollegen wird zu Fachärzten ausgebildet. Besonders freuen wir uns auf eine Pathologin und eine Augenärztin. In beiden Abteilungen hatten wir noch keine Fachärzte. Allerdings dauert es bei beiden noch einige Zeit, bis sie ihre Ausbildung beendet haben. Dieses Jahr bekommen wir eine Kinderärztin und eine Internistin, die mit Hilfe Ihrer Spenden die Facharztausbildung absolviert haben. So arbeiten jetzt zwei Fachärzte in der Kinderabteilung. Ich habe festgestellt, dass ein Drittel der stationären Patienten und ein Viertel der ambulanten Patienten Kinder sind. Damit kommt ein Grossteil der Spenden Kindern zugute.

Dorf mit Wurmerkrankungen

Das Basisgesundheitszentrum für Schulkinder wurde fortgesetzt und hat sich weiter bewährt. Wir untersuchen systematisch Schulkinder auf Erkrankungen, die durch mangelhafte Hygiene und infiziertes Wasser übertragen werden. In den meisten Dörfern liegen die Infektionsraten unter 2 Prozent. In einem Dorf gab es eine Überraschung. 51 von 559 Kindern waren an Bilharziose erkrankt, einer Wurmerkrankung, die unbehandelt zu schweren Komplikationen führt. Kinder mit positiven Ergebnissen bekommen sofort eine Behandlung. In diesem Fall müssen wir der Ursache nachgehen, um weitere Infektionen zu verhindern. Mit diesem Programm können wir ungefähr 20'000 Schulkindern mit sehr einfachen Mitteln die Gesundheit erhalten.

Br. Ansgar Stüfe OSB

 

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