Brief 39

WAU, 19. April 2018

Lieber Abt Emmanuel

Einmal mehr möchte ich Ihnen, der Abtei und allen Wohltätern unsere grosse Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Ich kann Ihnen für Ihre grosszügigen Gaben für unser Volk nicht genug danken. Wir haben die Mittel bekommen und davon Nahrungsmittel für 433.720 Flüchtlingen gekauft und verteilt.

Wie ich im letzten Bittbrief schrieb, haben wir beschlossen, unsere Flüchtlingslager zu schliessen und zu beseitigen und alle Flüchtlinge an die Grenzen zu Äthiopien und Sudan/Karthum zu verlegen. Die Situation verschlimmert sich weiter und es wird in Südsudan nicht so schnell Frieden geben. In einer ersten Aktion konnten wir 433.720 Flüchtlinge verlegen, das sind nur etwa 30% aller unserer Flüchtlinge. Sie haben heute unsere Lager verlassen, um nach Äthiopien zu gehen. Ihre Grosszügigkeit, Herr Abt, hat uns geholfen, Leben zu retten. Von ganzem Herzen danken wir Ihnen für diese grosse Hilfe. Mögen Ihre Tage voll Segen sein, den Sie für das verdienen, was sie für uns getan haben.

Die Gewalt geht weiter und sie bringt neue Vertreibungen mit sich, besonders in der östlichen Region Equatoria und im Westen in Bahr el Ghazal. Am vergangenen Freitag (13. 4.) kamen die Regierungskräfte aus ihren Gräben und griffen die SPLA IO Positionen in Boaw und Nhialdiu an, einzelne Streitkräfte sind auf dem Weg nach Mirmir und Rukuai im nördlichen Staat Liech. Da ich dies schreibe, dauern die Kämpfe an. Und so rechnen wir damit, dass noch mehr Menschen vertrieben werden. Die Lage verschlimmert sich, dennoch haben wir aufgehört, neue Flüchtlinge in unseren Lagern aufzunehmen, weil wir weder Platz noch Mittel haben. Aus Sicherheitsgründen haben wir beschlossen, alle unsere Lager zu schliessen. Bitte beten Sie weiterhin für unsere Arbeit. Wir konzentrieren uns nun darauf, wie wir alle Flüchtlinge an sichere Orte bringen können, denn wir haben immer noch finanzielle Engpässe und es fehlt an Sicherheit.

Unsere Botschaft ist klar: Wir schliessen die Lager und nehmen keine Flüchtlinge mehr auf, obgleich immer noch viele Menschen um eine Bleibe bitten. Die meisten Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Sie haben sich entschieden, ausserhalb unserer Lager zu schlafen. Heute Morgen kam eine Frau aus dieser Gruppe von neuen Flüchtlingen, zu mir und fragte: „Vater, du weisst, warum wir hier sind, wir können nirgendwohin gehen, bitte hilf uns, ich brauche Decken. Nachts ist es kalt und ich will nicht, dass meine Kinder krank werden.“

Es sind noch 916,793 Flüchtlinge in unseren Lagern, 300 halten sich ausserhalb der Lager auf, sie sind bereit, nach Äthiopien zu gehen. Sobald wir Mittel haben, werden wir, soweit es die Mittel erlauben, weiteren auf dem Weg nach Äthiopien helfen. Wenn wir damit zu Ende sind, werden wir die Lager schliessen. Wir glauben, dass Gott ihnen seine Türen öffnen wird.

Gott segne Sie und alle Brüder und Schwestern. Danke, dass Sie weiterhin beten und uns helfen. In Christus in Treue,

Ihr Germano Baku

 

Übersetzung P. Adelrich Staub

 

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