Bruder Leo Schwager OSB
Bruder Leo kam am 19. Mai 1924 in Balterswil als siebtes von acht Kindern zur Welt. Sein Vater arbeitete als Sticker. Schon früh wollte er Missionar werden. Aber bereits im ersten Jahr am Missionsgymnasium verunglückte er mit dem Velo so schwer, dass ein Weiterstudium unmöglich wurde. So besuchte er die Landwirtschaftliche Schule und arbeitete auf landwirtschaftlichen Betrieben. Schliesslich liess er sich noch als Koch ausbilden. In der Rekrutenschule traf ihn ein weiteres Unheil. Der Sturz vom Pferd hatte eine Gehirnerschütterung und einen Kieferbruch zur Folge. Doch noch im selben Jahr trat er in unser Kloster in Fribourg ein.
Bald zeigten sich auch dort erste gesundheitliche Störungen. Trotzdem durfte er am 8. Dezember 1947 die zeitlichen und genau drei Jahre später die ewigen Gelübde ablegen. Dann aber nahmen seine Kräfte rapide ab, sodass er am 28. April 1952 sterbenskrank die Reise nach Lourdes antrat. Am 30. April wurde Bruder Leo Schwager beim eucharistischen Segen auf dem Rosenkranzplatz von Multiple Sklerose geheilt.
Dankbar für das Wunder, das der Herr an ihm vollbracht hatte, setzte sich Bruder Leo während den nächsten 50 Jahren unermüdlich für die Lourdeswallfahrt ein. Zuerst diente er als Koch und dann lange Jahre im Pilgerbüro. Keine Arbeit war ihm zu viel. Mit ungezählten Menschen kam er in Kontakt und nahm Teil an ihrem Leid. Im Kloster wirkte er als Koch, später arbeitete er in der Spendenverwaltung. Die jungen Mitbrüder gewannen schnell Vertrauen zu ihm. Er versuchte sie in der Berufung zu stärken.
Trotz der Heilung waren die letzten 40 Jahre seines Lebens von Leiden gezeichnet. Alles ertrug er mit Geduld. So wurde sein Leben zu einem lebendigen Zeugnis, wie Bischof Ivo von St. Gallen im Kondolenzbrief schrieb: «Er hatte eine ganz besondere Sendung als Zeuge von Gottes heilender Macht auf die Fürbitte Mariens. Gott hat uns dadurch erfahrbar daran erinnert, dass er über Leben und Tod steht und nahe ist.»



