Innige und wahre Liebe führt zu Neid
Zusammen mit vielen Gläubigen durften wir auch dieses Jahr die Karfreitagsliturgie feiern. Abt Emmanuel teilte in der Kurzpredigt das Wort von Äbtissin Christiane Reemts OSB und lenkte damit den Blick auf die Folgen des Neids in Kirche und Welt.
Zitat von Äbtissin Christiane Reemts OSB
Wenn man fragt, warum Jesus umgebracht wurde, erhält man verschiedene Antworten: Er galt als Aufrührer, er bedrohte den Tempel, man warf ihm Gotteslästerung vor. Das alles stimmt, aber untergründig hat vielleicht Pilatus den Kern der Sache am besten erfasst: „Er wusste nämlich, dass man Jesus nur aus Neid an ihn ausgeliefert hatte“ (Mt 27,18).
Neid ist eine Triebfeder vieler menschlicher Handlungen, etwas, was wir ungern zugeben und immer irgendwie kaschieren. Worauf waren die Hohepriester und die Schriftgelehrten neidisch, auf den Zulauf, den Jesus hatte? Das glaube ich nicht, zumal sich zu dieser Zeit schon viele von ihm abgewandt hatten. Aber sie spürten, dass Jesus eine völlige andere Beziehung als sie zu Gott hatte, viel tiefer, viel inniger, viel wahrer, und das konnten sie nicht verstehen und nicht ertragen.




