Der heilige Benedikt

Der hl. Benedikt (ca. 480-550) stammte aus Nursia in Umbrien (Italien). Einige Jahre lebte er als Einsiedler in den Bergen östlich von Rom in Subiaco, wo schon Kaiser Nero im 1. Jh. n. Chr. einen Sommersitz hatte. Benedikts erste Erfahrungen als Vorsteher klösterlicher Gemeinschaften im Tal von Subiaco waren sehr enttäuschend. Sie drängten ihn, Subiaco zu verlassen und in Montecassino, das auf einem Berg zwischen Rom und Neapel liegt, ein Kloster zu gründen. Diese Abtei hat grosse Berühmtheit erlangt. Sie wurde zweimal vollständig zerstört und wiederaufgebaut. Von dort breitete sich die Regel des hl. Benedikt im ganzen Abendlande aus. Sie zeichnet sich durch grosse Weisheit, Menschenkenntnis und Ausgewogenheit in ihren Anordnungen aus.

Die Regel lädt ein („wer immer du bist“), unter der Führung des Evangeliums (Hl. Schrift), Regel und Abt zu leben und Christus nichts vorzuziehen. Benedikt wollte keine völlig neue Gemeinschaftsordnung verfassen. Er sieht sich in der Überlieferung der ersten Mönchsväter und möchte für seine Zeit, unter den konkreten Umständen und kulturellen Gegebenheiten, das Ideal des christlichen Gemeinschaftslebens verwirklichen. Dieses ist nichts anderes als ein Leben nach dem Wort Gottes, ein Leben nach der Bergpredigt. Gebet, Arbeit, Meditation und Nächstenliebe sind seine wesentlichen Elemente. Bei allem soll nach Benedikt Mass und Ausgewogenheit (discretio) gelten.

Für Benedikt bildet das klösterliche Leben eine Einheit. Es gibt in diesem Sinne nichts „Profanes“: Alles, Gebet und Arbeit, Ruhe und Freizeit, dient der Verherrlichung Gottes und bildet eine einzige Schule, in der alle lernen, Gott zu dienen und einander „mit unerschöpflicher Geduld“ (RB 72,5) zu lieben. Dem Gottesdienst (Eucharistie und Stundengebet) soll nichts vorgezogen werden (RB 43,3) und wird an den „strategischen“ Punkten des Tages (Morgen, Mittag, Abend, einbrechende Nacht) gefeiert und macht das Leben der Gemeinschaft zu einem Leben in der Gegenwart Gottes. Diese Haltung prägt auch die Zeit der Arbeit, „damit in allem Gott verherrlicht wird“ (RB 57,9).

Die Regel Benedikts hat das Abendland nachhaltig geprägt, so dass er zurecht von Papst Paul VI. zurecht zum Patron Europas ernannt wurde.

 

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