Brief 38

Aktuelle Situation im Südsudan und die daraus resultierenden nötigen Änderungen

Neulich erreichte uns vom Generalvikar und Flüchtingsverantwortlichen der Diözese Wau, Msgr. Germano Bernardo Baku einen mehrseitigen Brief (Sie finden ihn als PDF – Datei im englischen Original), der uns über die schwierige Situation im Südsudan informiert. Generalvikar Baku listet in seinen Zeilen die vielfältigen Spannungen zwischen dem Präsidenten Salva Kiir Mayardit und dem «Vizepräsidenten» Riek Machar Teny auf. Diese gegenseitigen Machtkämpfe wirken sich bis in die einzelnen Stämme der Bevölkerung vom Südsudan aus. Ja, sie rechtfertigen sogar die eigenen Fragen und Wünsche mit diesem Konflikt in Verbindung zu bringen und lösen damit in der Tat einen unglaublichen Flächenbrand von Neid, Hass, Unzufriedenheit und Aggression aus, die unglaubliches Leid und die Verfolgung und den Tod von Millionen zur Folge haben. Dazu schreibt der Generalvikar: «Der Frieden im Südsudan wird unter den IGAD-Führern nicht zustande kommen! Dies liegt daran, dass ihre Neutralität, das Fehlen einer klaren und rechtzeitigen Verpflichtung zur Friedenssicherung seit Beginn des Krieges in Frage steht. Die Kriegsparteien unter Dr. Riek Machar Teny und Salva Kiir Mayardit unterzeichneten zwar im Jahre 2015 das umfassende Friedensabkommen (Comprehensive Peace Agreement - CPA) in der Hoffnung, den Krieg zu beenden, und Liebe und Harmonie für die Bürger der jüngsten Nation wiederherzustellen. Der unangemessene Einfluss der IGAD-Führer führte jedoch zum Scheitern und kostete bis heute unzählige Menschenleben.»

Seit drei Jahren wird auf nationaler und internationaler Ebene versucht, die Kriegsparteien zur Vernunft zu bringen. Erfolglos! Vielmehr steigerte sich der Hass und das Töten, selbst vor den UN-Flüchtlingslager machen die Soldaten keinen Halt. Deshalb hat die Diözese Wau folgende Schritte angekündigt und wird sie entschieden umsetzen:

«Wir haben beschlossen, unsere Flüchtlingslager zu schliessen und alle unsere Flüchtlinge zur Grenze von Äthiopien und Khartum im Sudan zu bringen, da die Situation Tag und Nacht schlimmer wird, da Frieden im Südsudan nicht so bald eintreten wird. Was für die letzte Woche als ziemlich schlimme Situation erlebt wurde, scheint sich noch zu verschlimmern. Die Regierungstruppen jagen Menschen in unseren Flüchtlingslagern. Leider sind wir Zeugen eines Ausmasses des Leidens der Südsudanesen, das äusserst beunruhigend ist und meines Erachtens für die gesamte internationale Gemeinschaft von Belang sein sollte. Der erwähnte Ort wird für sie sicher sein. Sie können dort ein normaleres Leben führen als hier. Wir haben nur ihre Sicherheit im Blick. Zweitens haben wir uns dafür entschieden, die Flüchtlingslager zu verlassen, weil wir nicht genug Geld haben, um Nahrungsmittel für solch eine grosse Anzahl von Flüchtlingen bereitzustellen. Die Gesamtbevölkerung, die wir jetzt in unseren Flüchtlingslagern haben, beträgt 1.239.185 Flüchtlinge, die uns 50.000 Euro pro Monat kosten, um sie zu ernähren. Wir würden gerne mit diesem Projekt fortfahren, aber ohne regelmässige Finanzierung können wir das nicht tun.

Im Namen meiner Diözese und meiner Mitarbeiter, meiner Leute und dieser Kinder und ihrer Familien danke Ihnen für Ihre grosszügige Unterstützung über all die Jahre. Wie ich oben erwähnt habe, schliessen wir die Flüchtlingslager aus Sicherheitsgründen. Deshalb appelliere ich an Sie, uns bei den folgenden Aktionen zu unterstützen:

Erstens brauchen wir 37.176 Tonnen Lebensmittel, die an 1.239.185 Flüchtlinge, die wir in Camps haben, als Ausgangsnahrung an ihrem neuen Lebensort verteilt werden. Es kostet uns 70.000 €, um 37.176 Tonnen zu kaufen. Lasst uns nicht unsere Augen und unser Herz für das Leiden der Menschen schliessen; lasst uns nicht einfach "sehen", was geschieht. Lasst uns etwas tun, um den sterbenden Menschen zu helfen, zu überleben und ihnen ihre Würde zurückzugeben, damit sie wie Menschen leben können und nicht in einer elenden Situation wie Tiere. Wir erwarten, diese Camps am Freitag, den 6. April 2018 zu schliessen.

Zweitens: Aufgrund des Ortes, an dem wir sie verlagern, scheint es nicht nur sicher zu sein, sondern die Flüchtlinge können landwirtschaftliche Aktivitäten machen. Wir werden 600.000 Flüchtlingen Saatgut und landwirtschaftliche Werkzeuge zur Verfügung stellen und verteilen, um ihnen zu helfen, unabhängiger zu werden. Aber wir suchen auch nicht nur nach Lösungen, die den Flüchtlingen helfen, auf lange Sicht selbständiger und unabhängiger von humanitärer Hilfe zu werden. Dazu brauchen wir weitere 20'000 Euro.»

Im Namen der Dözese Wau bedanke ich mich ganz herzlich, dass Sie mit uns in den vergangenen drei Jahren das Leid der Menschen vor Ort geteilt haben und sie damit vor dem Hungertod bewahrt haben.

Ganz herzlichen Dank!
Abt Emmanuel Rutz osb

 

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