Brief 37

Brief von Germano Bernardo BAKU, Generalvikar der Diözese Wau, vom 14. Dezember 2017

Lieber Abt Emmanuel

Ich möchte auch dieses Mal Ihnen, der Abtei und allen Wohltätern meinen tiefen Dank aussprechen, dass Sie dem Volk von Südsudan so viel helfen. Einmal mehr danke ich Ihnen für die grosszügigen Spenden. Die Hilfe wird dringend gebraucht; die Herausforderungen an uns sind immens.

Ende November und anfangs Dezember 2017 gehen Kämpfe und Unsicherheit weiter. Zivilpersonen sind gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, vor allem in den Staaten Unity und Oberer Nil. In Jonglei, in Waat, Nyirol County und im nördlichen Bahr el Ghazal sind unter den bewaffneten Gruppen Kämpfe ausgebrochen. Wir haben diesen Monat 542000 Flüchtlinge aufgenommen, die Ende November vor den Kämpfen in Gogrial West geflohen sind, und wir haben ein weiteres Lager in Aweil Süd errichtet. Die Zahl der Südsudanesischen Flüchtlinge, die in unsere Lager kommen, nimmt noch zu. Auch wenn sie in unsere Kirchen und in die UN-Lager fliehen, werden sie immer noch von Sicherheitskräften belästigt. Viele wurden gezwungen, in Nachbarländer zu fliehen, um dort Schutz zu finden. Wir sagen den Regierungs- und den Rebellengruppen immer wieder, dass jeder Soldat, der Zivilpersonen tötet, foltert und vergewaltigt, sich eines Kriegsverbrechens schuldig macht.

Wir sind für alles Gute – Frieden, Gerechtigkeit, Vergebung, Versöhnung, Dialog, das Recht und gute Führung – und wir sind gegen das Böse – Gewalt, Töten, Vergewaltigung, Folter, Plünderungen, Korruption, willkürliche Verhaftungen, Stammesdenken, Diskriminierungen, Unterdrückung – wo immer sie passieren und wer immer sie praktiziert.

Hier einige Zahlen zur gegenwärtigen Situation:

  • 2.881.804 Im Land (Südsudan) Vertriebene

  • 1.214.426 Intern Vertriebene in Lagern für den Schutz von Zivilpersonen

  • 6 Millionen Menschen leben in Unsicherheit betr. Ernährung.

  • 2.1 Millionen Flüchtlingen aus dem Südsudan sind in Nachbarländern.

Wir könnten unsere Arbeit ohne Sie nicht tun. Wir anerkennen das. Ohne Gottes Hilfe und ohne Ihre Gebets- und materielle Hilfe würden unsere Bemühungen vergebens sein.

Ich bin überzeugt, dass Gott Ihnen danken wird, auf eine viel bessere Weise als ich das kann. Ich verspreche Ihnen und versichere Ihnen, dass ich täglich bei der Feier der Messe und im Gebet an Sie denke.

Aufrichtig, in Christus und Maria

Germano Bernardo Baku

 

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