Brief 34

Wau, 17. Juli 2017

Lieber Abt Emmanuel.

Danke für Ihre Antwort und dafür, dass sie unsere Arbeit weiterhin unterstützen. Einmal mehr möchte ich Ihnen, der Abtei und allen Wohltätern für die grosszügige Hilfe zugunsten des südsudanesischen Volkes danken. Wir haben die Juni Spende erhalten und für unsere Flüchtlingslager Lebensmittel gekauft und sie verteilt. Danke, dass Sie uns auch im Bemühen, für den Frieden zu kämpfen, ermutigen.

Wir hatten verschiedene Treffen und sind, Gott sei Dank, zum Schluss gelangt, dass der Nationale Dialog alle [Gruppen] umfassen muss. Er bringt für unseren Prozess ein breites Spektrum von Entscheidungsträgern zusammen.

Wir bemühen uns um eine Intervention durch regionale und kontinentale Führer, um die rivalisierenden Führer unseres Volkes „von Angesicht zu Angesicht“ zusammenzubringen. Wir haben Dr. Riek und seine Gruppe getroffen, um ihre Sicht der Dinge kennenzulernen und um zu sehen, wie sie – aus ihrer Perspektive – die momentane Situation sehen. Das ist für uns ganz wichtig, es wird Hoffnung bringen und den Dialog vorantreiben. Es gab aber auch Leute, die versuchten, unsere Bemühungen, die beiden rivalisierenden Führer zusammenzubringen, zu vereiteln. Wir selber denken an die Rückkehr des Rebellenführers (Dr. Riek), so könnte er an den kommenden Friedens-Gesprächen teilnehmen. Unser Volk will Frieden, die Menschen wollen Stabilität. Die Flüchtlinge müssen heimkehren, aber sie können das nicht, solange der Konflikt andauert. Dieser Konflikt muss unbedingt gestoppt werden; es müssen einige schmerzhafte Entscheidungen getroffen werden, und wir bitten Bruder Riek, uns auf dem Weg dahin voranzugehen. Er sollte sein Herz öffnen. Das ist nicht einfach, aber unser Land muss gerettet werden. Dem Präsidenten sagen wir, er müsse die Führung übernehmen, auch wenn es schmerzliche Entscheidungen braucht.

Was das Land jetzt braucht, ist ein Ende des immer noch andauernden Krieges. Er hat eine Million Menschen zu internen Flüchtlingen gemacht, weitere zwei Millionen haben unser Land verlassen, um in Nachbarländern als Flüchtlinge Zuflucht und Sicherheit zu finden. Jeder Versuch, irgendeine der bewaffneten oppositionellen Gruppen [vom Prozess] auszuschliessen, wird dem Land neuen Krieg, den Bürgern weitere Leiden, Hunger und Hungersnöte und eine weitere Verschlechterung der humanitären Lage bringen. Wir glauben, dass der Nationale Dialog wichtig ist und dass sich unser Volk daran beteiligen muss, aber es ist auch unsere entschiedene Meinung, dass das Ende des Genozid-ähnlichen Kriegs in unserem Land unbedingt Vorrang hat.

Als Folge des Hungers sind in den Staaten Unity und Nord Bahl el Ghazal mehr als 40 Menschen gestorben. In Mvolo gibt es ernsten Hunger. Die grosse Trockenheit hatte ganz kleine Ernten zur Folge. Die Menschen konnten nicht wie in den vergangenen Jahren richtig anpflanzen. Momentan leben viele von wilden Früchten, sehr wenige haben Gemüse als Nahrung, und es reicht nicht für die ganze Bevölkerung. Die Hungersnot im Südsudan bringt gefährdete Menschen an den Rand. Sie können zur Not von dem leben, was sie in Sümpfen zu essen finden. Bitte, beten Sie für diese Menschen.

Unser besonderer Dank gilt unseren Brüdern in Christus und allen Wohltätern für ihre Unterstützung. Sie hat uns geholfen, die Friedens-Treffen zu ermöglichen und weiterzuführen. Einmal mehr herzlichen Dank für Ihre Liebenswürdigkeit und Grosszügigkeit.

Ehrfurchtsvoll in Christus,

Germano Bernardo Baku, GV

 

 

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