St. Maurus Special School Nairobi

St. Maurus Special School - Hoffnung für behinderte Kinder im Slumgebiet

Als die Missionsbenediktiner 1970 von Peramiho / Tansania nach Kenia kamen, wollte der damalige Erzbi-schof von Nairobi, Kardinal Maurice Otunga uns ein Grundstück im Wohngebiet „Langata“ geben. Dieses wird mitunter als „Vatikan von Nairobi“ bezeichnet, da dort hunderte von Ordensgemeinschaften angesiedelt sind. Wir aber lehnten dieses Angebot, da wir unter den Armen am Ostrand der Grossstadt arbeiten wollten. So kamen wir nach Ruaraka, wo wir ein Kloster bauten. Heute betreuen wir eine Pfarrei mit rund 6000 Ka-tholiken; 75% davon lebt im Slumgebiet Mathare Valley. Hier leben schätzungsweise 100000 Menschen ver-schiedener Stämme und Konfessionen, viele ganz arm, einige mehr oder weniger besser. Sie sind mit vielen Problemen konfrontiert, z.B. sehr hoher Arbeitslosigkeit (80%), schlechten Lebensbedingungen (viele wohnen in einfachen Blechhütten), überfüllten Wohnungen und Strassen, hohe Kriminalität, schlechte Kanalisation, Umweltverschmutzung, Gesundheitsgefährdung durch unhygienische Verhältnisse, Krankheiten und ver-streuten Müll und Dreck. Der Gestank aus offenen Abwasserkanälen, verstreutem Müll und Dreck ist nicht selten Müssiggang bei allen Altersgruppen, die zugleich die Kriminalität in die Höhe treibt. Auch die Prostitu-tion macht sich breit, weil nach jeglicher Einnahmequelle gesucht wird. Diese Armut und die schwierige Lage erschrecken uns aber nicht. Wir sind berufen, auch unter solchen Lebensbedingungen Gottes Liebe zu teilen. Wir stehen ihnen bei und ermutigen sie, im Leben nicht aufzugeben, sondern immer wieder neue Möglichkei-ten zu finden und neue Wege einzuschlagen, um ihre Lage zu verbessern. Sie bekommen dadurch Mut, etwas für sich zu tun. Das fordert heraus! Wir sind hoffnungsvoll!
 

Im Slumgebiet Mathare Valley schiessen private Kindergärten und Grundschulen wie Pilze aus dem Boden, obwohl sie eine mangelnde Bildung bieten. Neben unserem Strassenkinderprogramm und dem Kindergarten St. Lwanga ist die St. Maurus Special School ein wichtiges Sozialprojekt unserer Pfarrei. Diese Behinderten-schule betreut 80 Kinder mit verschiedenen geistigen oder körperlichen Behinderungen - einige sind blind, taubstumm usw. Täglich gehen 35 behinderte Kinder in die St. Maurus Special School, während die anderen 46 an anderen Spezialschulen im Lande unterrichtet werden.

Die Eröffnung von St. Maurus Special School im Jahre 1990 war eine Initiative von P. Klaus Braunreuter OSB, damals Pfarrer von St. Benedict. Bei Hausbesuchen im Mathare Valley stellte er fest, dass behinderte Kinder den ganzen Tag im Hause versteckt werden, ohne jegliche Möglichkeit einer Bildung. Es gibt mehrere Gründe, warum die Eltern behinderte Kinder von anderen Menschen versteckten: Stigmatisierung, kulturelle Anschauung, dass solche Kinder verflucht seien, die Leugnung der Realität, die Betrachtung von Behinde-rungen als Schande, den schlechten Umgang vieler Menschen mit behinderten Kindern, finanzielle Schwie-rigkeiten und die Unkenntnis von Bildungsmöglichkeiten für behinderte Kinder wie z.B. St. Maurus Special School. Viele davon sind zudem unterernährt und krank. Neben den Kindern versuchte also P. Klaus den El-tern dieser Kinder zu helfen, ihre eigene Lage zu verbessern, wie etwa durch Kleinkredite für kleine Geschäfte.   
 
St. Maurus School versucht, den Eltern die Bürde der Erziehung von behinderten Kinder teilweise abzuneh-men. Die Kinder bekommen Unterricht; abends werden die Kleinen von den Eltern abgeholt. Seitdem haben 250 behinderte Kinder diese Schule besucht. Sie durchlaufen ein besonderes Programm für behinderte Kin-der, das acht Jahre dauert, bevor sie zu einer weiterführenden Spezial- oder Fachschule geschickt werden, wo sie ein Handwerk erlernen. Das Sponsoring-Schulprogramm für diejenigen, die nicht hier betreut werden können, ist ebenso ein wichtiger Teil der Aufgaben von St. Maurus. Allen möchte die Gelegenheit geboten werden, eine Schule besuchen zu dürfen.
 
In der Schule bekommen die Kinder Maisbrei und ein Mittagessen. Dies ist dank der Hilfe und Zusammenar-beit mit den „German Doctors“ („Deutsche Ärzte“) möglich, die hier im Mathare Valley eine Krankenstation und ein Ernährungszentrum unterhalten. Kranke Kinder können auch dort behandelt werden. Die Schule bie-tet darüber hinaus Therapien für Kinder an, die eine physische Übung benötigen. Weiter nehmen sie an Sport-anlässen und verschiedenen Wettbewerben teil. Das Ziel von St. Maurus ist es, eine Schulbildung anzubieten, die den Kindern eine Zukunft an weiterführenden Schulen ermöglicht.
 
Bildung ist bekanntlich die einzige Möglichkeit, den behinderten und überhaupt allen Kindern aus den Elendsvierteln eine Zukunftsperspektive zu geben und ihnen zu verhelfen, dem Teufelskreis von Armut, Müs-siggang und Kriminalität zu entkommen. Ohne den Einsatz unserer Behindertenschule St. Maurus würden die behinderten Kinder zu Hause verkümmern.
 
Die Eltern sind St. Maurus sehr dankbar für die Hilfe und die Bildung, welche die Kinder dort bekommen. Die Schulleiterin, Frau Damaris Sombe, sagte mir einmal, dass manche Eltern sich wünschten, dass die Kin-der immer in St. Maurus bleiben könnten, denn dort sind Bildung, gute Ernährung und Hygiene vorhanden. Die Schule ist wie ein Zuhause. Sie hat jedoch auch mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Zunächst ist es die grosse Anzahl von behinderten Kindern im Mathare Valley. In St. Maurus hat es nicht Platz für alle. Die zweite Herausforderung ist die Finanzierung. Den Eltern ist es oftmals nicht möglich, für die Kosten auf-zukommen. Dann ist weiter die medizinische Behandlung von kranken Kindern teuer. Das vierte Problem ist der Mangel an Transportmittel z.B. fehlt ein Kleinbus, um mit den Kindern zu Sportanlässen oder anderen Veranstaltungen fahren zu können.
 
Trotzdem ist St. Maurus zuversichtlich, dass sie deren Aufgaben auch in der Zukunft wahrnehmen kann. Wir sind all unseren Wohltätern sehr dankbar. Sie ermöglichen die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen und eine Hoffnung für die behinderten Kinder im Slumgebiet Mathare Valley zu sein. Wir sind zuversichtlich, dass St. Maurus Special School ihre Verpflichtungen auch in der Zukunft wahrnehmen kann. Das ist unsere Aufgabe als Missionsbenediktiner, denn der Herr Jesus hat uns befohlen: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkün-det das Evangelium allen Geschöpfen“ (Mk 16,15).
 

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