Marius Tobler

Lieber Abt Emmanuel

Nach einem guten und angenehmen Flug von Zürich nach Dar es Salaam verbrachten wir 4 Tage in Kurasini, bevor es dann in Richtung Uwemba ging, wo wir einen Stopp machten und die benediktinische Gastfreundschaft geniessen durften. In Uwemba wurden mir die verschieden Werkstätten, die Farm, das Hospital, das Kinderheim etc. gezeigt. Höhepunkt des Rundganges in Uwemba war natürlich die Bäckerei von Br. Andreas. Ich war überwältigt über die "Technik" und dem vorhanden Angebot an Brot...! Kompliment an Br. Andreas für diese Arbeit. Die Reise war lange, so dass ich jeweils froh war, wenn wir am Ziel angekommen waren. Am 28. Mai erreichten wir Peramiho.

Der Anfang hier in Peramiho war nicht einfach, da ich die ersten 5 Tage alleine war, die Umgebung nicht kannte und kein Wort Kiswaheli konnte. Anfangs Juni startete ich mit der Arbeit im Missionshospital. Ich wurde sehr gut und herzlich aufgenommen, auch wenn ich anfangs eher skeptisch und fragend angeschaut wurde. Es ist nicht alltäglich, einen Mzungu (Weissen) im Hospital zu sehen, der dann sogar noch arbeitet. Am Anfang war alles neu und die Kommunikation erschwert. Dies besserte sich jedoch bald, so dass wir uns mittlerweilen gut auf Englisch verständigen können. Es wurde mir alles erklärt, gezeigt, aber auch mitgeteilt, was ich für die tägliche Arbeit hier in Peramiho noch lernen muss, z.B. das Legen von Infusionen und Katheterisieren. In der Zwischenzeit habe ich dies gelernt, auch wenn die Erfolgsquote bei den Infusionen noch starkes Verbesserungspotenzial hat.
Mittlerweile fühle ich mich wohl hier in Peramiho und von den Afrikanern als Nurse/ Freiwilliger akzeptiert. Nach bald zwei Monaten ist es mir auch möglich, die  Einheimischen/ Patienten sogar auf Kiswaheli zu begrüssen (für mehr reicht es leider noch nicht).

Der Kontakt mit der Klostergemeinschaft war bisher auf Sparflamme, was sich nun aber ändern wird. Ich habe nun die Möglichkeit, aktiver am Klosterleben-/ Alltag  teilzunehmen. Darüber bin ich sehr froh, war es mir doch wichtig. Nun blicke ich freudig auf die kommende Zeit.

Marius Tobler
15. Juli 2014
 

Lieber Abt Emmanuel
 
Die ersten 4 Monate meiner Zeit in Peramiho vergingen wie im Fluge. Manchmal kommt es mir vor, als wäre ich erst vor kurzem bei Dir in Uznach gewesen, um die letzten Fragen zu klären. Seit meinem letzten Bericht sind bereits einige Wochen vergangen. Spannende Wochen - Wochen des Kennenlernen, des Abschiednehmen von drei Freiwilligen und der Umzug in ein anderes Gästehaus.
Mitte August erreichte Anna, eine Kinderkrankenschwester aus Deutschland, Peramiho. Sie wird für 1 Jahr hier in Peramiho im Krankenhaus mitarbeiten und mit mir im Haus mitleben. Anna und ich haben zum Teil gemeinsame Bedürfnisse, so dass wir jeden Abend, sofern es die Arbeit zulässt, gemeinsam in die Vesper und am Sonntag die Messe besuchen können.
 
Anfangs September verabschiedeten wir uns von drei Freiwilligen, die zum Teil ebenfalls für 1 Jahr hier in Peramiho mitgelebt und mitgearbeitet haben - kein einfacher Abschied, haben wir doch 3 Monate im selben Haus gelebt und einiges zusammen erlebt.
 
Am 4. September hatten wir die Möglichkeit mit Abt Anastasius nach Litembo zu fahren, um am Freitag die Bergmesse in Litembo zu feiern (In Litembo feiern Sie in diesem Jahr Jubiläum). Nach einer teilweise sehr kurvenreichen und holprigen Strasse erreichten wir nach 2h Litembo. Die Natur und die Herzlichkeit der Afrikaner waren überwältigend und faszinieren mich jedes Mal aufs Neue. In der Region zwischen Mbinga und Peramiho ist der Kaffee-Anbau sehr präsent - sehr gutes Klima. Nach dem Begrüssungskaffee mit den anwesenden Priestern/ Brüdern gingen wir in Richtung des vorläufigen (2 Nächte) Domizils - dem im Spitalgelände gelegenen Doctors-House. In diesem Haus lebt Franziska, eine Freiwillige aus Deutschland, die für 1 Jahr in der Schule Chemie und Physik unterrichten wird. Nachdem Abendessen war um 8 Uhr Beginn der Aussetzung / Anbetung, mit Impulsen verschiedener Gruppen. Nach einer aussergewöhnlichen ruhigen Nacht (ohne Pigi Pigi und Dala Dala - Lärm) ging es um 07:30 Uhr mit dem Frühstück los. Um 9 Uhr beendete Abt Anastasius die Aussetzung und die 1.5h lange Prozession auf den Tumbo konnte beginnen. Wir als Wazungus waren die Attraktion, speziell für die auf dem Weg anwesenden Kinder. Sobald meine Kamera entdeckt wurde, kamen alle gerannt, und wollten ein Foto. Auf dem Tumbo angekommen wurde alles für die hl. Messe vorbereitet: Selbst ein Piano wurde installiert, .....! In der Zeit des Wartens wurde das Angebot der Beichte genutzt. Um 11 Uhr startete die Heilige Messe. In der Messe fanden zudem zwei Trauungen statt.
Um 13 Uhr war es uns Wazungus dann plötzlich zu kalt, so dass wir uns für einen vorzeitigen Abstieg entschieden (leider ohne den Abschluss-Segen abzuwarten). Die Zeit zwischen dem Mittag und dem Abendessen verbrachten wir ganz entspannt im Doctors-House, mit duschen, lesen, schlafen, Tagebuch schreiben etc. Im Anschluss ans Abendessen beteten wir mit den Brüdern/ Priester die Vesper und die Komplett, anschliessend kehrten Anna, Franziska und ich ins Doctors-House zurück, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen (Gespräche, Bücherregal durchschauen, Fotos machen,...). Nach einer weiteren erholsamen Nacht in Litembo hiess es am Samstagmorgen um 9 Uhr bye bye Litembo, wir kommen wieder einmal.
 
Die Fahrt nach Mbinga war wiederum Landschaftlich sehr beeindruckend, für meinen Magen jedoch teilweise eine echte Herausforderung. In Mbinga, bei den Vinzentinerinnen angekommen, war ich dann sehr froh, das Auto verlassen zu können. Nach einem kurzen Stopp, und dem Kennenlernen von vier weiteren Freiwilligen aus Deutschland ging es dann zu einem kurzen Einkaufsbummel in der Stadt (Kitenge für das Wohnzimmer und was Süsses für die Seele).
Ich war gestärkt von den vielen Begegnungen und der Herzlichkeit, die ich in Litembo und Mbinga erfahren durfte. Ich werde sicher in meiner Afrikazeit wieder nach Litembo zurückgehen. Diese Lebensfreude hat mich fasziniert und angesteckt!!!
 
Marius Tobler
 
Bildlegende
  1. Marius Tobler
  2. Arbeit am Krankenbett
  3. Eingang Hospital Peramiho
  4. Kloster und Kirche Peramiho
  5. Spielende Kinder
  6. Gottesdienst in den Bergen bei Litembo
 
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