Glasfenster und Tabernakel im Oratorium

Seit 1998 prägt eine grosse, dreiflüglige Glaskunst das Oratorium der Mitbrüder innerhalb der Klausur. Der Entwurf ging aus dem Atelier von Frau Petra Mathis – Wasser von St. Gallen hervor. Die Ausführung übernahm die Firma Mathis in St. Gallen. Der „Glasflügelaltar“ verweist uns durch ins Zentrum führende Strahlen auf ein Dreieck, dem Symbol für das Zentrum des christlichen Glaubens, die göttliche Dreifaltigkeit. Aus diesem Dreieck heraus erkennen wir die gebrochene Hostienschale. Eine starke symbolische Darstellung der uns durch die Menschwerdung Gottes geschenkte Liebe und Barmherzigkeit in Jesus Christus. Alttestamentlich leuchtet diese Hingabe in Liebe und Barmherzigkeit im brennenden Dornbusch auf. Dieses Motiv nimmt die vor dem Glasflügelaltar stehende Tabernakelstele auf, die durch die in einer Monstranz aufbewahrte hl. Eucharistie zur Betrachtung eben dieses Geheimnis einlädt. Die Tabernakelstele mit der kleinen Monstranz wurden in der Goldschmiede der Abtei Münsterschwarzach geschaffen.
 
Der bekannte Theologe Erich Zenger (+ 2010) unterscheidet in der Selbstvorstellung Gottes in der Dornbuschszene vier Aspekte:
  • Zuverlässigkeit: „Ich bin so bei euch da, dass ihr fest mit mir rechnen könnt. Wenn ihr auch wandelt im Tale des Todes, ihr dürft darauf bauen, dass ich da bin. Wenn ihr auch zweifelnd, schreiend oder stumm geworden von mir weglauft, ihr dürft wissen: Ich bin bei euch da, selbst wenn ihr mich nicht mehr erkennt.“
  • Unverfügbarkeit: „Ich bin so bei euch da, dass ihr mit mir rechnen müsst, wann und wie ich will – vielleicht auch dann und so, wie es euch sogar stört. Es mag durchaus Situationen und Stationen eures Lebensweges geben, wo ihr euch nicht gerade gerne daran erinnern lasst, dass ich bei euch da sein will, oder wo ihr lieber einen anderen Gott hättet.“
  • Ausschliesslichkeit: „Ich bin so bei euch da, dass ihr allein mit mir rechnet als dem, der euch rettend nahe sein kann. Mit mir zu rechnen verlangt von euch die klare Entscheidung, damit Ernst zu machen, dass ich für euch der Einzige bin, der euch Halt und Mass geben darf. Nur in mir könnt und dürft ihr der wahren Liebe, der wahren Güte und dem wahren Leben begegnen.“
  • Unbegrenztheit: „Ich bin so bei euch da, dass mein Nahe-Sein keine örtlichen, institutionellen und zeitlichen Grenzen kennt. wenn ich bei euch da bin, schliesst das nicht aus, dass ich sogar bei euren Feinden da sein kann. Ja, mein rettendes Nahe-sein übersteigt die Erde, auf der ihr lebt und die ihr so oft zum Mittelpunkt eures Lebens macht. Sogar der Tod ist für mich keine Grenze, die meiner Lebenskraft Schranken setzen könnte.“
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