Medaille

Das Medaillon auf der Altarwand in unserer Kirche mit den auf den ersten Blick unverständlichen Buchstaben ist eine vom Bildhauer A. Egloff entworfene und vom Stukateur ausgeführte moderne Version der traditionellen «Benedictusmedaille». Diese zeigt auf der Vorderseite ein Bild des Mönchsvaters Benedikt (ca. 480-550), dem die benediktinischen Gemeinschaften ihre Lebensordnung («Regel») verdanken. Die Rückseite zeigt ein Kreuz mit einer Reihe von Buchstaben. Es wird überliefert, dass Benedikt einmal mit einem Becher Wein vergiftet werden sollte. Als er den Wein segnen wollte und das Zeichen des Kreuzes machte, zersprang der Becher. Auch andere Ereignisse im Leben Benedikts lassen erkennen, dass Benedikt in der Auseinandersetzung mit dem Bösen siegreich war. Darauf nehmen Kreuz und Segenssprüche auf der Medaille Bezug. Die vier grossen im Quadrat angeordneten Buchstaben sind jeweils der Anfang eines lateinischen Wortes und bedeuten: «Crux  Sancti Patris Benedicti» - «Kreuz des hl. Vaters Benedikt.» Weitere, etwas kleinere Buchstaben bilden die Form eines gleicharmigen Kreuzes. Die senkrechte Reihe bedeutet: «Crux Sacra Sit Mihi Lux!» - «Das heilige Kreuz sei mir Licht!». Die waagrechte Reihe bedeutet: «Non Draco Sit Mihi Dux!» - «Nicht der Drache sei mir Führer!» Einige nur schwach (wie Schatten) wahrnehmbare Buchstaben sind «Exorzismen» (Segenssprüche gegen das Böse), die sonst auf der Benedictusmedaille im Kreis angeordnet sind. Sie zeigen, dass das Böse bzw. der Böse vor dem Licht Christi weichen muss. In diesen Worten kommen Glaube und Vertrauen auf die Kraft Gottes zum Ausdruck: «Vade Retro Satana! Numquam Suade Mihi Vana; Sunt Mala Quae Libas, Ipse Venena Bibas!» - «Weiche zurück Satan! Niemals flösse mir eitle (leere) Dinge ein; Uebel ist, was Du anstrebst. Trink selbst das Gift!»

K
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