Innenhof

Im Innenhof schuf der Uznacher Künstler Ernst Ghenzi im Rahmen der Neugestaltung des Innenhofes der Abtei im Jahre 1997 zwei sich ergänzende Kunstwerke. Am nordöstlichen Ende steht bei den Gräbern der verstorbenen Mitbrüder ein Holzkreuz aus Lärchenholz, das einen bronzenen Christuskorpus trägt. Der Korpus lässt uns durch die erhobene rechte Hand zum Siegeszeichen Christus, den Auferstandenen erkennen. Er möchte somit die zentrale Osterbotschaft vom Sieg über den Tod täglich in Erinnerung rufen. Wenn Benedikt in seiner Regel davon spricht, dass die Brüder den täglichen Tod vor Augen zu halten haben, so mag dieses Holzkreuz mit Christus, dem Auferstandenen das Fundament für diesen Imperativ Benedikts sein.

Im westlichen Teil des Innenhofes, in Verbindung mit einem kleinen Teich, befindet sich eine Bronzefigur des hl. Otmar. In seiner linken Hand hält er den Abtsstab, der über dem Knauf in eine Rose ausführt. Dieser sanfte Hinweis auf das Wappen der Einrosenstadt Uznach mag eine postmoderne Anspielung an die Spielereien des Barocks sein. Zur rechten Seite der Statue, sozusagen zu seinen Füssen, steht das Weinfässchen. Es ist nicht bloss ein Attribut unter vielen, sondern verweist uns auf die Überführung des Leichnams von Otmar nach St. Gallen. Kurz nach seiner Verbannung von St. Gallen starb Abt Otmar auf der Insel Wird. Zehn Jahre nach seinem Tod erkannten die Gläubigen jener Zeit sein heiligmässiges Leben und wollten ihm mit der Überführung nach St. Gallen die letzte Ruhgestätte in seiner Klostergründung ermöglichen. Auf der langen Schiffsreise führten sie auch ein Weinfass mit, das – so die Überlieferung – nie leer wurde. Darauf verweist das fliessende Wasser, das durch die Öffnung des Weinfässchens den davorliegenden Teich mit Frischwasser speist.
 

 

 

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