Statuen der heiligen Gallus und Otmar

Als Primizgeschenk erhielt P. Emmanuel Rutz von seinem geistlichen Vater die beiden Statuen der hll. Otmar und Gallus. Diese Statuen sind Kopien der grossen neugefassten Frühbarockstatuen der hl. Gallus und Otmar im Vestibül des Bischofshauses in St. Gallen. Sie sind Einzelanfertigungen des österreichischen Künstlers Herrn Manfred Dollinger von Axams aus dem Jahre 1995. Die handgeschnitzten Statuen sind aus Zirbelkieferholz und antik eingefasst.
 
Unsere Abtei hat durch die Namensgebung „St. Otmarsberg“ die enge historische Verbindung der Heiligen Gallus und Otmar bewusst aufgenommen. Als Missionsbenediktiner sind wir in jener Diözese beheimatet, die in der Nachfolge des hl. Gallus steht und seinen Namen trägt. Und wie einst Otmar die lose Eremitengemeinschaft an der Steinach, dem heutigen St. Gallen, mit der Regel des hl. Benedikt sammelte, so leben wir unter der Fürsprache des hl. Otmar ebenfalls nach diesem abendländischen Regelwerk.
 
Hl. Otmar
Der in der Domschule von Chur erzogene Alemanne Otmar wurde nach seiner Priesterweihe zum Vorsteher der Einsiedelei des Gallus im Tal der Steinach an der Stelle der heutigen Stadt St. Gallen ernannt. Er baute 719 mit rätischen Mönchen die Zelle zum Kloster aus, 744 wird Otmar erstmals als Abt bezeugt. 747 gab er seinem Kloster auf Betreiben der Brüder Karlmann und Pippin des Jüngeren die Benediktsregel. Durch seine kluge Führung und das Vertrauen auf Gott fand das Kloster während seiner Amtszeit zu einer ersten Blüte. Über 40 Mönche legten unter seinem Hirtenstab die Gelübde ab. Darüber hinaus diente Otmar den Armen jener Zeit und gründete das erste Spital in seiner Umgebung. Das alles brachte ihm auch Neid und Verfolgung ein, so dass er auf die Insel Werd verbannt wurde und dort 10 Monate später – am 16. November 759 starb.
 
Hl. Gallus
Der heilige Gallus, geb. um 550 in Irland oder im Raum Vogesen-Elsass; + 16. Oktober 640, (nach anderen Quellen 620 oder 646–650 in Arbon) war ein Wandermönch und Missionar, der vor allem im Bodenseeraum wirkte. Er gilt als Gründer der Stadt St. Gallen und ist, zusammen mit Otmar, Schutzpatron von Stadt und Bistum.
 

Die Biographie des heiligen Gallus ist in drei Fassungen überliefert. Die Urvita aus dem späten 7. Jahrhundert – die sogenannte Vita vetustissima Sancti Galli – ist nur fragmentarisch erhalten; die zwei Bearbeitungen aus dem 9. Jahrhundert durch die Reichenauer Mönche Wetti und Walahfrid Strabo sind vollständig überliefert. Inhaltlich haben die beiden Autoren die älteste Version kaum verändert und sich bei ihren Bearbeitungen vor allem auf sprachliche Verbesserungen beschränkt. Die dritte und letzte Fassung durch Walahfrid erfuhr die weiteste Verbreitung.

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